Rückblick

 

 

 

Werkraum Freunde Reise „Bauhaus“ – eine Reise nach Dresden, Hellerau, Pillnitz und Dessau

Vom 31. Mai bis 3. Juni 2018 reiste eine Gruppe von Werkraum Freunden und Mitgliedern nach Sachsen-Anhalt um sich dort vor allem auf die Spuren vom Bauhaus und den Deutschen Werkstätten Hellerau zu begeben. Beide Institutionen sind weltweit bekannt für Architektur, Design und Handwerk. Darüber hinaus verfolgten beide in ihrer Ursprungsgeschichte das Ziel, die sozialen Aspekte mit einer ökonomischen Betrachtung auch vor dem Hintergrund eines bewussten Einsatzes von Ressourcen, zu verbinden. Heute würde man in dem Kontext wohl von Effizienz, bewusstem Einsatz von Materialien/ Ressourcen und einem kollektiven Miteinander sprechen. Also Themen, die auch den Werkraum Bregenzerwald beschäftigen.

 

Am ersten Abend wurde das Programm offiziell mit einer Stadtführung in Dresden begonnen. Neben Frauenkirche am Neumarkt, Hofkirche, Italienisches Dörfchen, Semperoper und Zwinger ist vor allem der Fürstenzug an der Außenseite des Stallhofs vom Residenzschloss in Erinnerung geblieben: Ein überlebensgroßes Bild eines Reiterzuges auf rund 23.000 Fliesen aus Meißner Porzellan, welches die Ahnengalerie, der zwischen 1127 und 1873 in Sachsen herrschenden Wettiner darstellt.

 

Der zweite Tag begann mit einem Ausflug nach Hellerau, um dort die erste Gartenstadt Deutschlands und weitere wichtige Bauten, wie z.B. das Festspielhaus und die Anlage der Deutschen Werkstätten, kennenzulernen. Ein guter Ort, wie auch beim Bauhaus, um wirtschaftliche und politische Entwicklungen im Wechselspiel von Utopien, (Nicht-)Realisierungen, wegweisenden Ideen und sonstigen Veränderungen zu erfahren. So produzierten die Deutschen Werkstätten, die um die Jahrhundertwende von dem Tischler, Möbelfabrikant und Sozialreformer Karl Schmidt gegründet worden waren, ursprünglich Möbel. Diese zeichneten sich im Design durch typisierte und untereinander kombinierbare Elemente, klare Formen und einem bewussten Einsatz von Materialien aus und waren in unterschiedlichen Preiskategorien zu erwerben. Zudem ließ Schmidt nach sozialreformerischen Ideen und englischem Vorbild in Hellerau die erste deutsche Gartenstadt errichten. Stilprägende und bis zum heutigen Tag wichtige Architekten waren an dem Projekt beteiligt.

 

Nach dem Fall der Mauer haben sich die Deutschen Werkstätten – auch um überlebensfähig zu bleiben – zu einem Unternehmen entwickelt, welches hochwertigen individuellen Innenausbau betreibt. Referenzen sind u.a. das Dresdner Rathaus und der Sächsische Landtag. Hingegen werden keine Möbel (auch nicht die eignen Klassiker) mehr produziert und von den anfänglichen sozialreformerischen Ideen ist vermeintlich wenig zu spüren. Der Fokus der Produktion liegt auf dem weltweiten Innenausbau von Luxusjachten.

 

Am Nachmittag besuchte die Gruppe dann das Pillnitzer Schloss, wo das Kunstgewerbemuseum mitsamt dem Schaudepot der Deutschen Werkstätten Hellerau beheimatet ist. Direktorin Tulga Beyerle führte die Gruppe durch das Haus. Krönender Abschluss war hier ein Besuch auf dem oberen Balkon des Schlosses, wo sich nach einem Regenschauer und bei untergehender Sonne ein wunderschönes Naturschauspiel mit Blick auf die Elbe für die Teilnehmer ergab.

 

Am dritten Tag besuchte die Gruppe das Bauhaus (welches im kommenden Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert), die Meisterhäuser und die Siedlung Törten. Das Bauhaus, ursprünglich 1919 in Weimar gegründet, wurde ab 1925 nach Plänen von Walter Gropius in Dessau errichtet. Hier hatte Gropius nach der Schließung in Weimar die Möglichkeit bekommen, aus mehreren Gebäuden (darunter die Meisterhäuser, das Bauhausgebäude, die Wohnsiedlung Törten, das Arbeitsamt, etc.) eine permanente Architekturausstellung zu inszenieren. Diese Ausstellung illustrierte Leben und Arbeit im modernen Ambiente gemäß seinem Ansatz „Bauen ist Gestaltung von Lebensvorgängen“.

 

Zunächst besuchte die Exkursionsgruppe die Meisterhäuser, die nach Teilzerstörung wiederhergerichtet worden sind und in ihrer heutigen musealen Neunutzung auf sinnfällige Weise mit diesem Aspekt der permanenten Ausstellung anderer Bauten korrespondieren. Die Häuser wirken seltsam leer und erst mit erklärender Führung, entfaltete sich Leben, wie es einst hier stattgefunden haben muss. Hier war es ein besonderes Erlebnis, Einblicke in den Keller des Hauses von Gropius bekommen zu haben, in dem ein legendäres Weinregal steht – diese Räumlichkeiten sind den Besuchern normalerweise vorenthalten.

 

Beim Besuch des Bauhausgebäudes, wo die Gruppe Einblicke in das Büro von Gropius, in ein Zimmer im Atelierhaus (beide Zimmer sind mit nachgebauten Originalmöbeln ausgestattet) und in die Aula erhielt, ist erfahrbar geworden, welch kultureller Geist dort damals präsent gewesen sein muss und gleichzeitig, wie Ideen und Umsetzung auseinanderklafften. 

 

Zum Abschluss dieses Tages als auch der gesamten Reise besichtigte die Gruppe die Siedlung Törten – einem Massenwohnungsbau, der aus der damaligen Wohnungsknappheit heraus entstanden ist. Für Gropius war die Siedlung gleichzeitig die Möglichkeit, die Rationalisierung von Baustellenarbeit durch vorfabriziertes Material zu erproben. Insgesamt sind dort von 1926-28 in 3 Bauabschnitten 314 Häuser mit einer Wohnfläche zwischen 57 und 75 qm entstanden. Hervorzuheben sind hier folgende Gebäude: das Konsumgebäude, das Haus Anton (das einzige im Originalzustand erhaltene Haus), das Stahlhaus und die Laubenganghäuser. Ein wichtiges Merkmal aller Häuser ist der Selbstversorgergarten hinter dem Haus. Die „strenge Einheitlichkeit“ der Häuser ist heute nicht mehr spürbar und man darf fragen, ob und wie lange diese überhaupt gegeben war. So war Gropius mit seinen Ideen der Zeit voraus und die Bewohner mussten sich erst an diese neuen Architekturformen gewöhnen und wiederum andere Ideen waren nicht alltagstauglich oder mit Mängeln behaftet wie bspw. die Heizung. Aber auch die heutigen Bewohner können sich scheinbar nur bedingt mit den Ansätzen von Gropius anfreunden – die Individualität geht vor und so fragt man sich, wie bspw. die eine oder andere Haustüre zur Architektur von Gropius passt.

 

Umrandet wurde das Programm von gemeinsamen Essen an besonderen Orten, die von interessanten Gesprächen geprägt waren. Dabei ging es um neue Ideen, Positionierung und die Weiterentwicklung von Handwerk & Design. Es wäre schön gewesen, wenn mehr Mitgliedsbetriebe die Exkursion begleitet hätten um diesen inspirierenden Austausch zu bereichern und das neugewonnene Wissen zu diskutieren. 

 

Vielen Dank den Werkraum Freunden und dem Werkraum Bregenzerwald für diese gelungene Exkursion. 

 

(Nicole Hohmann, freie Kulturgestalterin und Käserin)

    

 

Werkstattbesuch Tischlerei Meusburger Reuthe, 20. April 2018

Die Freunde des Werkraum Bregenzerwald trafen sich zu ihrem ersten Werkstattbesuch des laufenden Jahres. Tischlermeister Wolfgang Meusburger führte durch seinen Betrieb und bot dabei einen umfangreichen und spannenden Einblick in die Firmengeschichte. Die Tischlerei wurde 1986 gegründet. Wolfgang Meusburger und sein Team sehen sich als Spezialisten für ausgefallene Wünsche in Holz. Die Bauherren und Architekten, mit denen er in zahlreichen Projekten zusammenarbeitet, schätzen seine ausgesprochene Fähigkeit zum Dialog. Mit seiner Gestaltung führt er die Ideen der Architektur in sorgfältigstem Handwerk weiter und bringt Raum und Möbel zu einer Einheit zusammen.

 

 

 

Exkursion Gewerbemuseum und Kunstmuseum Winterthur, 05.11.2017

Werkstattbesuch Mohr Polster, 26.09.2017

Am Dienstag, den 26. September besuchten die Werkraum Freunde die Polsterei Mohr in Andelsbuch.

Die Polsterei Mohr  fertigt unter anderem bei Handwerk + Form vielfach ausgezeichnete Sitzmöbel und Betten in höchster technischer und gestalterischer Perfektion, auch die Restauration historischer Möbel gehört zum Leistungsspektrum. Der Schauraum, Architektur von Andreas Mohr, zählt zu den vielen architektonischen Sehenswürdigkeiten im Bregenzerwald.

Doppelbrennter mit Roland Adlassnigg, 02.09.2017

 

Führung Kunsthaus Bregenz, 7. August 2017

Auf Initiative der Präsidentin der Freunde des Kunsthaus Bregenz wurden die Werkraum Freunde und Mitglieder von Rudolf Sagmeister durch die spektakuläre Ausstellung von Adrian Vilar Rojas aus Argentinien geführt.

 

Werkstattbesuch Tischlerei Rüscher, Schnepfau, am 19. Mai 2017

Am 19. Mai wurden wir mit etwa 20 Freunden und Freundinnen des Werkraums sehr herzlich von Heinz und Maria Rüscher in Schnepfau empfangen. Die Gastgeber erzählten uns, wie der Großvater die erste Hobelbank in ein Scheune stellte, der Vater baute den Betrieb aus. Heute wird er gleichberechtigt von den drei Brüdern Heinz, Tone und Christian geführt, die vierte Generation arbeitet bereits im Betrieb mit. Und neben der exzellenten Arbeit ist die absolute Gleichberechtigung auch eines der Erfolgsgeheimnisse, die zu der heutigen Position geführt haben. Wir bedanken uns sehr herzlich für den netten Empfang und die informative Führung!

Exkursion nach Wien

Die Finissage der Ausstellung „handWERK. Tradiertes Können in der digitalen Welt“ im MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, die u.a. den Werkraum Bregenzerwald als herausragendes Praxisbeispiel in Europa vorstellt, war Anlass für eine 2-tägige Exkursion am Wochenende 8./9. April 2017 nach Wien.

Auf dem Programm standen neben der Führung durch die Kuratorin der „handWERK“ Ausstellung Besuche interessanter Werkstätten wie u.a. die Glas- und Lusterwerkstätten J.&L. Lobmeyr und Ausstellungen wie zB das Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien.

 

Werkstattbesuch bei fetzcolor, Alberschwende

Beeindruckend und farbenfroh

Leidenschaft für Farben, Tapeten und das stimmige Zusammenspiel, aber auch Konzepte für Beschriftungen sowie Restaurierungs- und Vergolderarbeiten – diese Schwerpunkte kennzeichnen das Unternehmen von Michael und Veronika Fetz (fetzcolor) in Alberschwende. Für die Freunde des Werkraum Bregenzerwald mit Obmann Gerhard Schwarz gewährten sie kürzlich interessante Einblicke hinter die Kulisssen des vielfach ausgezeichneten Handwerks-Betriebs.

Generalversammlung und Ausstellungsgespräch „farb“

Am 4. Februar 2017 haben wir unsere jährliche Generalversammlung durchgeführt. Im Anschluss führten uns die Ausstellungsmacher Thomas Geisler und Roland Stecher zum Apéro durch die aktuelle Ausstellung und verrieten Spannendes zur ihren Gedanken bei der Gestaltung, den Farben und Ausstellungstücken.

© Reinhard Frei

Werkstattbesuch in der Kunstschmiede Peter Figer, Bezau

Am 18. November 2016 waren die Freunde des Werkraum Bregenzerwald in der Kunstschmiede Figer zu Besuch. Der Termin bildete den Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe exklusiv für Mitglieder. Wir danken der Familie Figer herzlich für die gastfreundliche Aufnahme und die faszinierenden Einblicke in die Werkstatt.

Rückblick Architekturreise Köln, 21. bis 24. Oktober 2016

Die von Anne Blümel organisierte Reise der Werkraumfreunde nach Köln war für alle, die dabei waren, ein berührendes Erlebnis. Exklusive Führungen im Kolumba-Museum in Köln und in der Bruder-Klaus-Kapelle in Wachendorf vermittelten nicht nur sehr viel Information, sondern auch Emotionalität; sie liessen die Mischung aus Reduktion und Sinnlichkeit in diesen Bauten von Peter Zumthor erfahrbar werden. Die Besuche in den vom Architekten Heinz Bienefeld entworfenen Privathäusern wären ohne spezielle Beziehungen und besondere Bemühungen niemals möglich gewesen: grossartige Gastfreundschaft und stilsichere Ästhetik verbanden sich hier wunderbar zu einem Ganzen. All das wurde umrahmt von vielen guten Gesprächen und ausgezeichneter Gastronomie. Die gelungenen Fotografien können daher die Eindrücke nur unvollständig wiedergeben, die alle Teilnehmer von dieser Reise mit nach Hause nahmen.

© Reinhard Frei

Impressionen Dinner der Werkraum Freunde „von der Hand in den Mund“, 3. September 2016