Werkraum Bregenzerwald von UNESCO ausgezeichnet

Die Geschichte des Werkraum Bregenzerwald ist vergleichsweise noch jung, aber seine kontinuierliche Arbeit und Erfolgsstory zur Erhaltung, Weiterentwicklung und wirtschaftlichen Sicherung des Handwerks seit der Gründung 1999 tragen Früchte und sind nun mit höchster, kultureller Würde  der UNESCO ausgezeichnet.

 

 

making of Ausstellung "handgemacht"

Bild: making of Ausstellung „handgemacht“

Auf der UNESCO-Tagung im äthiopischen Addis-Abeba wurde am 1. Dezember 2016 der Werkraum gemeinsam mit zwei weiteren Handwerkszentren in Oberösterreich, dem Textilzentrum Haslach und dem Hand.Werk.Haus in Bad Goisern, in das internationale „Register guter Praxisbeispiele für die Erhaltung des immateriellen Kulturerbes“ (Register of Good Safeguarding Practice) aufgenommen. Die von der österreichischen UNESCO-Kommission vorgeschlagenen Projekte haben im internationalen Auswahlverfahren überzeugt und sind nun neben 391 anderen lebendigen Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündlicher Überlieferung , Naturwissen und Handwerkstechniken gelistet. Ausschlaggebend für die Anerkennung waren die nachweislich gelebte Praxis, die Stiftung von Identität, die Erhaltung und Weiterentwicklung von Handwerkswissen und eine gemeinschaftliche Beteiligung der Träger.

 

 

„Wir freuen uns sehr, dass diese gemeinschaftliche Einreichung erfolgreich ist – und heute die drei österreichischen Handwerkszentren in das internationale UNESCO-Register aufgenommen wurden. Österreichisches Handwerk wird somit auch international als wichtiges immaterielles Kulturerbe bestätigt . Die verschiedenen Traditionen des Handwerks zeichnet ein hoher Qualitätsanspruch aus, verbunden mit einer generationenübergreifenden Weitergabe von Wissen, regionaler Identität und kulturellem Wert,“ so Kulturminister Thomas Drozda.
Mit Projekten, wie dem alle drei Jahre stattfindenden Gestaltungswettbewerb „Handwerk + Form“, der Errichtung eines eigenen Ausstellungs- und Vermittlungszentrums, entworfen vom Pritzker-Preisträger Peter Zumthor, sowie der kontinuierlichen Nachwuchs- und Jugendarbeit im Handwerk hat sich der Werkraum weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Dieser Pioniergeist der HandwerkerInnen im Bregenzerwald wurde nun belohnt und bestärkt den Verein in seinen weiteren Aktivitäten und Zielsetzungen. Der Obmann Martin Bereuter zeigt sich höchst erfreut: „Die Auszeichnung gebührt insbesondere allen HandwerkerInnen und MitstreiterInnen welche mit Weitblick und Überzeugung in all den Jahren des Aufbaus gemeinsam die Vision Werkraum in die Tat umgesetzt haben. Das Zusammenbringen von Wirtschaften, Gestalten und kulturellem Miteinander hat uns taugliche Werkzeuge für unsere künftigen Herausforderungen geschaffen.“
Die wohl größte Herausforderung neben dem Bau des Werkraumhauses ist die gerade, gemeinsam mit den Bezauer Wirtschaftsschulen gestartete Werkraumschule, die Jugendlichen in einem fünfjährigen Ausbildungsmodell Orientierung und Perspektiven in einer handwerklichen Berufswelt bietet. Das hohe Interesse an diesem Schulprojekt und der erste Jahrgang mit 31 Schülerinnen und Schüler sind jedoch das beste Zeichen, dass das kulturelle Erbe des Bregenzerwälder Handwerks nicht vom Aussterben bedroht ist.