Olthus Suhus

Zum Thema Alt und Neu in der Baukultur veranstaltete der Werkraum Bregenzerwald 2001 einen Umgang in Mellau unter dem Titel „olthus – suhus“.

 

In der Bregenzerwälder Umgangssprache wird ein altes (olts), „abbruchreifes“ Haus – etwas deftig aber nicht ohne Liebreiz – eine „suhütte“ genannt. Ebenso ist bei einem kalten Zugluft von einem „suluft“ die Rede oder ein sehr alter Käse wird als „olta suhund“ bezeichnet.

Wann ist ein Haus oder ein Gebäude alt, abbruchreif und für Menschen nutzlos? Was spricht für oder gegen eine Sanierung? Wie verknüpfe ich Altes mit Neuem?
Diesen Fragen und der Sichtbarmachung der Qualitäten von alt und neu in der widmete sich der Umgang mit 14 Stationen.  Am Beispiel gelungener Sanierungen, der Erhaltung alter Bausubstanz und ihrer Verknüpfung mit neuen Elementen, entsteht eine dritte Qualität, die das Alte mit dem Neuen vereint.

 

Alter Baukultur begegnet man im Bregenzerwald in verschiedenster Form. Museal unter Schutz gestellt in Schwarzenberg, unbewohnt und verlassen an den Ortsrändern, abgeschieden auf Alpen und Maisäßen oder in den Sanierungen neu genutzter Bauernhäuser. In der für die Veranstaltung gewählten Ortschaft Mellau ist eine Architektur touristischer Selbstdarstellung der siebziger Jahre einem kaum beachteten Bestand alter Gebäude im Ortsteil Übermellen gegenübergestellt. Hier zeigen Sanierungen die Möglichkeit von zeitgemäßem Wohnen in alten Bauernhäusern auf, wird die Verknüpfung alter und neuer Qualitäten augenscheinlich. Die entlang des Weges „konstruierten“ Stationen werden zu symbolischen Repräsentationen alter und neuer Baukultur.