Öffentliche Führungen Werkraumdepot

Werkraumdepot

Studiensammlung zeitgenössisches Handwerk

und Design im Bregenzerwald

 

Führungen
Jeden ersten Samstag im Monat (ab 3.2.) 11-12 Uhr
Eintritt und Führung € 12,- / ermäßigt € 9,- für SchülerInnen, Lehrlinge und StudentInnen
Gratis für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre

 

Führungstermine bis Sommer 2018:

2. Februar 2018

3. März 2018

7. April 2018

5. Mai 2018

2. Juni 2018

 

Download Pressebilder Werkraumdepot  © Roswitha Schneider.zip

Werkraumdepot Pressemitteilung

Werkraumdepot Press Release

 

 

Als permanente Studiensammlung im Werkraumhaus bietet das neu eingerichtete Werkraumdepot Einblicke in das zeitgenössische Handwerk und Design aus der Region.

Namensgebend war der erste, von 2004 bis 2013 betriebene Schauraum des Werkraum Bregenzerwald. Schon damals wurden im werkraum depot in Schwarzenberg – einem wichtigen Vorläufer des Zumthor-Baus in Andelsbuch als Ausstellungs- und Vermittlungsort –  auch Ankäufe des vorarlberg museum gezeigt. Die jetzige Neuaufstellung wurde mit Mitteln der Freunde des Werkraum Bregenzerwald ermöglicht und kann als Führungsangebot von vorarlberg museum und Werkraum Bregenzerwald jeden ersten Samstag im Monat bzw. auf Anfrage besichtigt werden.

 

Auslöser für die Neuaufstellung war die im Sommer 2017 gezeigte Ausstellung Archiv der Formen. Handwerk und Design im Bregenzerwald (1.7.—7.10.2017). Die Überblicksschau mit mehr als 200 Exponaten aus bisher 632 Einreichungen zu Handwerk+Form gab einen Gesamteindruck von den Entwicklungen und dem Gestaltungsreichtum des Bregenzerwälder Handwerks seit der Erstausgabe des Gestaltungswettbewerbs 1991. Die Ausstellung in seiner dichten Präsentation von Möbeln und Gegenständen in raumhohen Regalen fand bei den BesucherInnen aus dem In- und Ausland großen Anklang. Viele der Ausstellungsstücke waren Leihgaben aus der Sammlung des vorarlberg museum, die teilweise bereits im Untergeschoss des Werkraumhauses eingelagert waren. Die Überlegung lag also nahe, diese sonst unsichtbare „Schatzkammer“ für das interessierte Publikum in einer permanenten Präsentation – zumindest zu bestimmten Zeiten – zugänglich zu machen.

 

Werkraum Depot 3 © Roswitha Schneider klein

 

Schatzkammer und Lernort

Das neueingerichtete Werkraumdepot erstreckt sich auf knapp 200m2 im Untergeschoss des Werkraumhauses und zeigt rund 80 Objekte aus der Sammlung des vorarlberg museums, sowie zusätzlich einige wenige Leihgaben direkt aus den Werkstätten der Handwerksbetriebe. Die Sammlungsstücke stammen großteils aus dem Ankauf von Exponaten der Ausstellung möbel für alle, sowie aus Ankäufen von Preisträger-Projekten aus dem Wettbewerb Handwerk+Form von 1991 bis in die Gegenwart. Die daraus zusammengestellte Studiensammlung ergibt somit einen sehr guten Einblick in das Werken und Wirken der regionalen Handwerksbetriebe und zeigt das Niveau und die Qualität ihrer Erzeugnisse mit höchstem, gestalterischem Anspruch.

 

Das bewährte Team aus Robert Rüf (Robert Rüf Industrial Design, Wien) und Christof Nardin (Büronardin, Wien), die auch für das Design der Sommerausstellung verantwortlich waren, übernahm dezent gestalterische Zitate aus Archiv der Formen. Vorgabe an die beiden gebürtigen Alberschwender war zudem, das bestehende Lagerregal aus sägerauem und grau gestrichenem Holz, wiederzuverwenden, um den Umbau, der zum großen Teil durch die Freunde des Werkraum Bregenzerwald finanziert werden konnte, ökonomisch und ökologisch im Rahmen zu halten. Zudem ist das Regal eine Reminiszenz an das Schwarzenberger Depot, wo es bereits im Einsatz war.

 

Die Aufstellung der Objekte erfolgt nach keinem expliziten Prinzip, sondern orientiert sich nach dem Platzangebot – es ermöglicht Objekte oder Gruppen (Regale, Tische, Stühle, Hocker, etc.) bei Bedarf umzustellen oder zu verdichten. Die Studiensammlung ist in ihrem Umfang nicht abgeschlossen und soll auch weiteren Ankäufen Platz bieten. Die mit Klettbändern angebrachten und leicht positionierbaren Objektbeschriftungen sind auf das Notwendigste reduziert, da die Vermittlung, teilweise mit Demonstration der Funktionsweise der Objekte, im Rahmen von Führungen erfolgt. Zum Schutz der musealen Sammlungsobjekte werden dabei von Guide und BesucherInnen Handschuhe getragen. Ein einführendes Videointerview, entstanden zu Archiv der Formen, mit den „Gründervätern“ von Handwerk+Form, darunter Mitglieder des Handwerkervereins Andelsbuch und der Grafiker Harry Metzler, geben Einblick in die Ausgangslage vor der Etablierung des Designwettbewerbs und der Gründung des Werkraum Bregenzerwald. Der Wettbewerb und die Kollektion möbel für alle, aus denen die Exponate hervorgehen, bilden den Rahmen der einzelnen Objekterzählungen.

 

Werkraum Depot 5 © Roswitha Schneider

 

Handwerk und Form

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Handwerkervereins Andelsbuch wurde 1991 erstmals ein Gestaltungswettbewerb mit dem Titel Handwerk+Form ausgelobt. Ziel des Wettbewerbs war es, durch das Zusammenwirken auf gleicher Augenhöhe von regionalen HandwerkerInnen und GestalterInnen aus dem In- und Ausland technisch und formal ausgereifte Produkte zu entwickeln. Einreichen durften jedoch lediglich Handwerks- und Gewerbebetriebe aus dem Bregenzerwald. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit wurden von einer Fachjury nach festgelegten Kriterien beurteilt und in einem speziellen Ausstellungsrundgang durch Werkstätten und landwirtschaftliche Nutzgebäude der Öffentlichkeit vorgestellt. Seit dem Jahr 2000 wird der Wettbewerb in einem Triennale-Rhythmus vom Werkraum Bregenzerwald organisiert –

2018 findet der Wettbewerb zum achten Mal statt.

 

Möbel für alle

Vorarlberg wird für seine zeitgenössische Baukultur international beachtet. Für diesen Zugang in der Architektur bedarf es innovationswilliger Handwerksbetriebe, die kreative und kompetente Ansprechpartner für die Architekturschaffenden sind. Neben den althergebrachten Aufgaben des (Innenaus-)Baus wird die Auseinandersetzung mit dem Objekt und Mobiliar, die diese Räume erfordern, immer bedeutender. Für den Wiener Ringturm kuratierten die Architekten Roland Gnaiger und Adolph Stiller die Ausstellung möbel für alle. designinitiative werkraum bregenzerwald (17.4.—18.6.2002). Rund vierzig alltagstaugliche, funktionale und ästhetisch außergewöhnliche Objekte von Werkraum-Handwerksbetrieben zeigten die Standards des modernen Möbelbaus im Bregenzerwald – darunter auch viele Objekte, die für den Wettbewerb Handwerk+Form entstanden waren. Die Ausstellung und der Katalog machten damals erstmals zeitgenössische Bregenzerwälder Alltags- und Wohnkultur auf höchstem handwerklichem Niveau einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

 

Das Werkraumdepot ist somit ein wichtiger Ort der Vermittlung – nicht nur der handwerklichen und gestalterischen Qualitäten und Fertigkeiten in der Region – sondern auch der jungen, von Veränderung erzählenden Geschichte des Werkraum Bregenzerwald. Es ergänzt und vertieft das sonstige Angebot im Werkraumhaus, wie Sonderausstellungen und Werkraumschauen. Für die Werkraumschule ist die Studiensammlung und das Depot ein zentraler Lernort zu Handwerk und Design, der die Kreativität der Schülerinnen und Schüler am Beispiel herausragender Sammlungsobjekte anregen und fördern soll. Neben der digitalen und überall zugänglichen Sammlung www.archivderformen.at bietet das Werkraumdepot die Auseinandersetzung und Vertiefung mit dem physischen Objekt.

 

Im Rahmen des in diesem Jahr wieder stattfindenden Wettbewerbs Handwerk+Form und des Ausstellungsrundgangs im Herbst (13./14./18./19./20./21. Oktober 2018) wird das Werkraumdepot zum Ausgangspunkt für das Vermittlungs- und Führungsprogramm.

 

 

Depot ©Roswitha Schneider

 

Das Werkraumdepot in Schwarzenberg war der erste, von 2004 bis 2013 betriebene Schauraum des Werkraum Bregenzerwald. Schon damals wurden auch Ankäufe des vorarlberg museum präsentiert. Als neueingerichtete Studiensammlung im Werkraumhaus bietet das Werkraumdepot ab jetzt Einblicke in das zeitgenössische Handwerk und Design aus der Region.
Die Neuaufstellung des Werkraumdepot wurde ermöglicht mit Mitteln der Freunde des Werkraum Bregenzerwald und kann als regelmäßiges Führungsangebot von vorarlberg museum und Werkraum Bregenzerwald bzw. auf Anfrage besichtigt werden: info@werkraum.at

 

 

 

 

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