DIALOG#5 der DIALOGWERKSTATT

 

Foto: Roswitha Schneider

 

DIALOG#5:

Handwerk und Markt. Wie kommt das Handwerk in den Vertrieb?

 

Eine Veranstaltung im Rahmen der

DIALOGWERKSTATT: Felder kooperativen Handelns

Dienstag, 26. März 2019, 19 Uhr

Werkraumhaus in Andelsbuch

 

2019 jährt sich die Gründung des Werkraum Bregenzerwald zum 20. Mal – wir nehmen dies zum Anlass gemeinsam mit unseren Gästen, dem Publikum und den Mitgliedern, sowie Freunden und Partnern der Handwerkskooperative zu dessen aktuellen Handlungsfeldern und Zukunftsperspektiven öffentlich zu diskutieren.

 

Obwohl das Handwerk im Bregenzerwald über Grenzen hinweg bekannt ist, die Werkraum-Betriebe im In- und Ausland gefragt sind und nachhaltige Beziehungen zu ihren KundInnen pflegen, soll mit dieser DIALOGWERKSTATT ein Blick auf den Markt von Morgen geworfen werden: Wie findet das Handwerk in einer sich rasch verändernden globalisierten Welt zukünftig seinen Weg zu den EndkundInnen und welche Alternativkonzepte gibt es bisher?

 

Unter den Dialoggästen ist die Agrarökonomin Therese Fiegl. Sie fragte sich Mitte der Neunzigerjahre: „Wie bringen wir die Bauern und die Kundschaft zusammen?“ Fiegl wollte ihre Familie mit hochwertigen Lebensmitteln aus der Umgebung versorgen und dazu beitragen, dass die Bauern fair bezahlt werden. Heute betreibt Therese Fiegl in der Tiroler Altstadt erfolgreich ein kleines Geschäft, in dem sie selbstentwickelte Marken für Schokolade und Seife, aber auch ausgewählte Qualitätsprodukte anderer Erzeuger anbietet.

 

Welche Rolle das Digitale beim Vertrieb von (Handwerks-)Produkten einnehmen kann, wird der Verleger Stephan Dornhofer erzählen. Er hat 1984 als regionaler Händler in Bonn das Ladengeschäft „Magazin“ gegründet. Weitere Geschäfte gibt es in Stuttgart und München. Mittlerweile ist „Magazin“ vor allem als Versandhandelsgesellschaft bekannt, die mit dem Online-Warenhaus „Manufaktum“ kooperiert. Dornhofer sieht das „Magazin“ an der Schnittstelle von Vertrieb und Hersteller mit der Aufgabe dem Handwerk kundenorientierte und qualitativ hochwertige Verkaufsnarrative und Vertriebswege anzubieten.

 

Wie Anna Claudia Strolz ihre Produkte beim Kunden zum Leuchten bringt und welche Markenstrategie sie verfolgt, wird das Werkraum-Mitglied und Begründerin von „Strolz Leuchten“ an diesem Abend erzählen. Als Bregenzerwälder Handwerkerin wird sie die Innenperspektive in diesen Austausch (von „drinnen und draußen“) in Bezug auf den Werkraum einbringen.

 

Da aber auch die Frage nach dem Guten Leben nicht unberücksichtigt bleiben soll, wird der Kommunikationsfachmann Carsten Buck abschließend ein kurzes Plädoyer für die Verantwortung des Designs und eine radikale Erneuerung unserer Wirtschaft halten. Damit meint er eine Wirtschaft, die sich jenseits von radikalem Konsumverzicht der Postwachstumsideologie und dem besinnungslosen Konsumrausch bewegt. In der Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen und der Umwelt schlägt er eine Brücke zum Handwerk.

 

Begleitet wird der Abend, wie bei den bisherigen öffentlich geladenen Dialogen, von einer Live-Performance: Hansjörg Haag stellt in handwerklich feinster Manier Schokoladen-Trüffel her und das Publikum ist eingeladen, diese zu verkosten. Das Publikum bekommt so einen Einblick in das Entstehen der „Tiroler Edle“. Eine Schokoladenmarke bei der Therese Fiegl das Tiroler Grauvieh mit Hansjörg Haag, einem passionierten Konditor, erfolgreich zusammengebracht hat.

 

Im Austausch mit Gästen und dem Publikum soll über die Bedeutung von Akquise, Vertrieb und die damit verbundene Netzwerkarbeit und Kooperationen diskutiert werden und wie diese bereits oder künftig gestaltet werden können. Ferner soll wie in den vorangegangenen Veranstaltungen diskutiert werden, ob es hierfür eines neuen Verständnisses von Handwerk und Design im Kontext von nachhaltigem Wirtschaften bedarf und ob sich dadurch die Rollen von GestalterInnen und HandwerkerInnen verändern. Welche Form von Wissen ist nötig, um beim Beschreiten von neuen Vertriebswegen und Formen anderen Wirtschaftens den handwerklichen Nachwuchs einzubinden? Oder welcher Haltung bedarf es, um mit dem Vertrieb von guten handwerklichen Produkten sinnstiftend(er) zu wirtschaften und das kooperative Miteinander zukunftsfähig zu gestalten?

 

Die DIALOGWERKSTATT wird von der Kulturgestalterin und Käserin Nicole Hohmann und dem aktuellen Leiter des Werkraum Bregenzerwald Thomas Geisler moderiert.

 

Podiumsgäste

Carsten Buck, gelernter Grafikdesigner und Marketingexperte. Nach 12 Jahren in führenden Werbe- und Designagenturen gründete er 1995 seine eigene Agentur „Mutter“. Der Fokus der Agentur liegt in der Entwicklung eigenständiger, starker Marken, die eine emotionale Verbindung zum Konsumenten aufbauen können. Nach einer Reihe internationaler Projekte zum Thema Nachhaltigkeit beschäftigt sich Carsten Buck seit 2007 intensiv mit dem von Prof. Dr. Michael Braungart entwickelten „Cradle-to-Cradle-Konzept“ (C2C). Er ist einer von vier deutschen, zertifizierten C2C-Design Consultants.

 

Stephan Dornhofer, seit 1984 Geschäftsführer der „MAGAZIN“ Versandhandelsgesellschaft mit dem Haupttätigkeitsfeld Sortiment, Marke, Produktentwicklung. In dieser Funktion ist er intensiv mit der eigenen Produktreihe „M-Produkt“, einer Serie von Produkten, die nach Entwürfen von Produktdesignern in holz- und metallverarbeitenden Handwerksbetrieben produziert wird, befasst.

 

Therese Fiegl und Hansjörg Haag, vor 20 Jahren begann Hansjörg Haag mit der Produktion von handgemachten Pralinen und auf Initiative von Therese Fiegl (Initiatorin der Projekte Bauernkiste, Tiroler Edle, Tiroler Reine) Ende 2001 mit der Herstellung von Schokoladen. In mittlerweile 16 Jahren hat sich die handgemachte Schokolade „Tiroler Edle“ aus Milch und Rahm des Tiroler Grauviehs zu einem überregional gefragten, hochqualitativen Produkt entwickelt.

 

Anna Claudia Strolz, gründete 2012 ihre Leuchtenmanufaktur in Schwarzenberg. Markenzeichen der handgefertigten Leuchten sind Lampenschirme aus edlen Stoffen, Leder, Pergament oder Holz. Strolz Leuchten ist Mitglied des Werkraum Bregenzerwald und betreibt seit 2014 ein Geschäft mit Schauwerkstatt in Bregenz. Ursprünglich stammt Anna Claudia Strolz aus einer Bregenzerwälder Handwerkerfamilie. Durch das Elektrogeschäft ihrer Eltern ist sie mit Leuchten aufgewachsen. Die Handwerkerin und Designerin ist auch Geschäftsführerin des Angelika Kauffmann Vereins.

 

Mit der DIALOGWERKSTATT bietet der Werkraum Bregenzerwald ein öffentliches Gesprächsforum zu aktuellen Handlungsfeldern der Handwerkskooperative. Die Veranstaltungsreihe ermöglicht die bisherige, als auch die weitere Entwicklung des Vereins im Kontext mit der Region und in einer allgemeinen, nachhaltigen Entwicklung von Handwerk und Gesellschaft zu diskutieren.

 

Der Eintritt ist frei!

 

Presseinformation Dialog#5 – DIALOGWERKSTATT: Felder kooperativen Handelns

 

 

Weitere Termine der DIALOGWERKSTATT

16. April Dialog#6: Braucht das Handwerk ein Schaufenster und wenn ja, welches? (geladen für Mitglieder des Werkraum Bregenzerwald)

7./8./9. Juni Symposium FELDER KOOPERATIVEN HANDELNS. Wirtschaften als ästhetisches Programm in Kooperation mit dem Kulturforum Bregenzerwald und Franz-Michael-Felder-Verein

11. Juni Dialog#7: Wo liegt die Zukunft im Handwerk? (öffentlich)

25. Juni Dialog#8: Der Werkraum Bregenzerwald ein Pionier auf Dauer? (geladen für Mitglieder des Werkraum Bregenzerwald)

 

Veranstaltungsreihe

DIALOGWERKSTATT: Felder kooperativen Handelns

17. November 2018 bis 11. Juni 2019

Werkraumhaus in Andelsbuch

 

Mit der DIALOGWERKSTATT bietet der Werkraum Bregenzerwald ein öffentliches Gesprächsforum zu aktuellen Handlungsfeldern der Handwerkskooperative. Die Veranstaltungsreihe ermöglicht die bisherige, als auch die weitere Entwicklung des Vereins im Kontext mit der Region und in einer allgemeinen, nachhaltigen Entwicklung von Handwerk und Gesellschaft zu diskutieren.

 

Mehr Informationen und das ganze Programm finden sich hier.

  

 

Es wird darauf hingewiesen, dass die Veranstaltung vertont und fotografisch dokumentiert wird und diese Aufnahmen im Zusammenhang mit der Veranstaltung für die Öffentlichkeitsarbeit und Archivierung, analog und digital, verwendet werden können.