Veranstaltungen

Werkraumball – Der Ball im Wald

Foto: Thomas Steinlechner

 

6. Werkraumball

19. Jänner 2019 – im Werkraumhaus

Unter dem Motto „Der Ball im Wald“ geht der legendäre Werkraumball in die sechste Runde. Auch dieses Mal darf wieder zu den Klängen der Tanzkapelle Franz Rimini getanzt werden.

 

ab 19.00 Einlass und Ballküche

Preis inklusive Aperitif (€ 32 / € 16 für Lehrlinge)

Kartenvorverkauf im Werkraumhaus

Dialogwerkstatt: Felder kooperativen Handelns

 

Foto: Roswitha Schneider

 

Veranstaltungsreihe

17. November 2018 bis 11. Juni 2019

Werkraumhaus in Andelsbuch

 

Mit der „DIALOGWERKSTATT: Felder kooperativen Handelns“ bietet der Werkraum Bregenzerwald ein öffentliches Gesprächsforum zu aktuellen Handlungsfeldern der Handwerkskooperative. Die DIALOGWERKSTATT ermöglicht die bisherige, als auch die weitere Entwicklung des Vereins im Kontext mit der Region und in einer allgemeinen, nachhaltigen Entwicklung von Handwerk und Gesellschaft zu diskutieren.

 

Gleichzeitig ist die DIALOGWERKSTATT eine „Nabelschau“ nach 20 Jahren Werkraum Bregenzerwald, in der das eigene gemeinschaftliche Handeln der mittlerweile über 90 Mitgliedsbetriebe selbstkritisch reflektiert werden soll. Auf der Basis von Begegnungen und Partizipation eruiert die DIALOGWERKSTATT, welchen Nutzen das gemeinschaftliche Handeln der Mitglieder in der Vergangenheit für die einzelnen Betriebe und das Umfeld hatte, gegenwärtig hat und welche Wirkkraft es zukünftig in diesem besonderen Soziotop des Handwerks entfalten soll. Der Werkraum Bregenzerwald hat nicht nur eine „Erfolgsgeschichte“ vorzuweisen, sondern stellt sich vorwärtsgewandt den Herausforderungen einer sich ständig verändernden Arbeits- und Lebenswelt. Handwerk als immaterielles Kulturerbe und wirtschaftlichen Faktor zukunftsfähig zu gestalten ist Teil des Gründungsauftrag.

 

So stellen Kooperationen wie der Werkraum Bregenzerwald – gerade in einer Zeit, die global von gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen geprägt ist – eine Existenzsicherung der regionalen (Handwerks-)Betriebe mit überregionaler Präsenz dar. Daher ist es der Anspruch des Vereins, seine mit der Gründung 1999 gesteckten Ziele durch die DIALOGWERKSTATT auf das Neue zu hinterfragen, nicht zuletzt um weiterhin zeitgenössisch und zukunftsorientiert, das Handwerk weiterentwickelnd sowie in einem unternehmerischen Miteinander ökonomisch nachhaltig zu arbeiten: Gestaltung, Ausbildung und Markt sind dabei wichtige Handlungsfelder für den dialogischen Rück- und Ausblick. 

 

In diesem offenen Prozess soll auch geklärt werden, wo sich die Mitgliedsbetriebe an der Schnittstelle zwischen Handwerk, Bauhandwerk, Kunsthandwerk, Manufaktur und Verleger selbst verortet sehen, was dies für die Handlungsfelder Gestaltung, Ausbildung und Markt bedeutet und wie dies künftig nach innen und außen gestaltet und vermittelt werden soll.

 

Da die Perspektive des „Drinnen und Draußen“-Seins im Werkraum als auch im Bregenzerwald schon immer eine wichtige Komponente der Gemeinschaft vor Ort gewesen ist, soll auch thematisiert werden, welche Potentiale und Impulse das kooperative Handeln über die Talgrenzen hinaus für den Einzelnen als auch die Handwerkerschaft im Allgemeinen unabhängig von der Disziplin bietet.

 

Die in Modulen aufgebaute DIALOGWERKSTATT wird im Werkraumhaus mit Ausstellungen, Präsentationen und Interventionen vergangener und aktueller Kooperationsprojekte begleitet, um so die Besonderheiten und Gemeinsamkeiten des „kooperativen Handelns“ anhand von Objekten, Fotografien, Filmen und Texten vorzustellen und somit einen Rahmen für die selbstkritische Reflexion zu bieten.

 

Der Diskussions- und Präsentationszyklus gliedert sich in die folgenden vier Module:

DIALOGWERKSTATT: Handwerk und Gestaltung

17. November 2018 – 12. Jänner 2019

 

DIALOGWERKSTATT: Handwerk und Ausbildung

26. Jänner – 16. März 2019

 

DIALOGWERKSTATT: Handwerk und Markt

23. März – 27. April 2019

 

DIALOGWERKSTATT: Handwerk und Zukunft

4. Mai – 11. Juni 2019

 

Jedes Modul zeichnet sich wiederum durch öffentliche und nicht-öffentliche Gesprächsrunden aus, zu denen namhafte ExpertInnen aus verschiedenen Bereichen eingeladen werden. Die einzelnen Module bzw. Gespräche sollen nicht für sich stehen, sondern miteinander korrespondieren, um somit wertvolle Verknüpfungen als auch relevante Zukunftsfragen für den Werkraum Bregenzerwald sicht- und erfahrbar werden zu lassen. Ein Höhepunkt wird dabei das international ausgerichtete Symposium „Felder kooperativen Handelns. Wirtschaften als ästhetisches Programm“ (7./8./9. Juni 2019) sein, das in Kooperation mit dem Kulturforum Bregenzerwald die Leitthemen des Werkraum Bregenzerwald den Ideen des Schriftstellers, Sozialreformers und Bauern Franz Michael Felder (1839-1869) aus Schoppernau gegenüberstellt.

 

 

 

Foto: Roswitha Schneider, Dialog#01

 

 

PROGRAMM

Modul 1

DIALOGWERKSTATT: Handwerk und Gestaltung

17. November 2018 – 12. Jänner 2019

 

Diskussion (öffentlich)

DIALOG#01: Handwerk und Design – Eine Partnerschaft oder doch Paradoxon?

8. Jänner 2019, 19 Uhr

Der Werkraum Bregenzerwald ging u.a. aus dem Bedürfnis hervor, die gestalterische Qualität handwerklicher Erzeugnisse zu verbessern und zu heben. Da im heutigen Designdiskurs die Disziplinen Handwerk und Design häufig als unvereinbare Gegensätze vermittelt werden, soll in dieser DIALOGWERKSTATT im Austausch mit Gästen und Publikum nach dem eigenen Selbstverständnis gefragt werden bzw. wie und wo die Betriebe ihr Schaffen zwischen Handwerk und Design verortet sehen und was dies für die Außenwirkung bedeutet.

 

Diskussion (geladen)

DIALOG#02: Wieviel Gestaltung braucht das Handwerk?

29. Jänner 2019, 19 Uhr

Ausgehend von der Frage, ob es über den aktuellen Trend zum Handwerken hinaus möglich ist, handwerkliche Dinge mit Designqualität von nachhaltigem Wert zu schaffen, sollen in dieser DIALOGWERKSTATT auch Projekte des Werkraum Bregenzerwald, wie der Wettbewerb Handwerk + Form, Kooperationen mit Designschulen, wie dem Royal College of Art in London oder der New Design University in St. Pölten reflektiert werden, um zu hinterfragen, wie nachhaltig sie zu Neuem beitragen.

 

Begleitende Ausstellung(en)/Präsentation(en) im Werkraumhaus

Raum 1: Preisträger Handwerk + Form 2018

Raum 2: Designing Craft – Crafting Design, Kooperation mit Studierenden des Royal College of Art in London

 

Modul 2

DIALOGWERKSTATT: Handwerk und Ausbildung

26. Jänner 2019 – 16. März 2019

 

Diskussion (öffentlich)

DIALOG#3: Welche Aus- und Weiterbildung braucht das Handwerk heute?

19. Februar 2019, 19 Uhr

Das Bauhaus, welches in der Kunst, Architektur und im Design neue Maßstäbe gesetzt hat, feiert sein 100-jähriges Gründungsjubiläum. In seiner Lehre stand die Ausbildung bildnerisch begabter Menschen und die schöpferische Gestaltung im Handwerk, in der Industrie und der Architektur im Vordergrund. Es soll diskutiert werden, was der vergleichsweise noch junge Verein Werkraum Bregenzerwald vom Bauhaus lernen kann, was sich seitdem verändert hat und ob es heute anderer Bildungskonzepte bedarf.

 

Diskussion (geladen)

DIALOG#4: Was kommt nach der Werkraumschule?

12. März 2019, 19 Uhr

Mit Perspektive auf den Nachwuchs von Fachkräften, soll in dieser DIALOGWERKSTATT über Kooperationsprojekte zwischen Handwerksbetrieben und Bildungseinrichtungen am Beispiel der Werkraumschule und anderer Initiativen im Bregenzerwald gesprochen werden: Wie geht es weiter oder was braucht es? Ziel ist es Kooperationsprozesse besser zu gestalten, als auch Erwartungshaltungen und gewünschte Kooperationen ausfindig zu machen.

 

Begleitende Ausstellung(en)/Präsentation(en) im Werkraumhaus

Raum 1: Neues Handwerk – Neues Wirtschaften, eine Kooperation mit der New Design University St. Pölten (NDU)

Raum 2: Handwerkstatt der Werkraumschule

 

Modul 3

DIALOGWERKSTATT: Handwerk und Markt

23. März – 27. April 2019

 

Diskussion (öffentlich)

DIALOG#5: Wie kommt Handwerk in den Vertrieb?

26. März 2019, 19 Uhr

Obwohl das Handwerk im Bregenzerwald über Grenzen hinweg bekannt ist, die Werkraum-Betriebe im In- und Ausland gefragt sind und nachhaltige Beziehungen zu ihren KundInnen pflegen, soll mit dieser DIALOGWERSTATT ein Blick auf den Markt von Morgen geworfen werden: Wie findet das Handwerk in einer sich rasch verändernden globalisierten Welt zukünftig seinen Weg zu den EndkundInnen und welche Alternativkonzepte gibt es bisher?

 

Diskussion (geladen)

DIALOG#6: Braucht das Handwerk ein Schaufenster und wenn ja, welches?

16. April 2019, 19 Uhr

Das vom Schweizer Architekten Peter Zumthor geplante Werkraumhaus ist sichtbares Zeichen des „neuen Handwerks“ im Bregenzerwald und gilt als sein Schaufenster. In dieser Gesprächsrunde sollen mit Augenmerk auf das eigene Handeln im Bereich der Vermarktung Erwartungshaltungen abgefragt und diskutiert werden. Auch soll eruiert werden, wie der Werkraum Bregenzerwald operativ seine Handwerksbetriebe besser und vor allem beim Bestreiten neuer Wege unterstützen kann. 

 

Begleitende Ausstellung(en)/Präsentation(en) im Werkraumhaus

Raum 1: Geschichtswerkstatt: 20 Jahre Werkraum Bregenzerwald aus der Sicht der Mitglieder

Raum 2: Handwerkstatt der Werkraumschule – mit Intervention durch das Designduo chmara.rosinke (DE/PL) als Residency im Rahmen des Creative Europe-Projekts „Made In“

 

Modul 4

DIALOGWERKSTATT: Handwerk und Zukunft

4. Mai – 11. Juni 2019

 

Diskussion (öffentlich)

SYMPOSIUM: Felder kooperativen Handelns. Wirtschaften als ästhetisches Programm

7./8./9. Juni 2019

Ein interdisziplinäres Symposium über das Handwerk des gemeinschaftlichen Wirtschaftens als sozial-ökologische Gestaltungspraxis aus den Perspektiven von Landwirtschaft, Bildung, Politik und Wirtschaft im Kontext der kollektiv-ethischen Frage „Wie können wir in einer vielfach bedrohten Welt ein gutes Leben führen?“. Ein gutes Leben, das auf ein kooperatives Miteinander setzt und bei der eigenen Entwicklung die Interessen des globalen Südens mitdenkt. Daher sollen innerhalb des Symposiums ausgehend von den Ideen des Schriftstellers, Sozialreformers und Bauern Franz Michael Felder und des Werkraum Bregenzerwald nicht nur regionale, sondern auch globale Beispiele einer nachhaltigen Entwicklung in den Fokus gerückt werden.

 

In Kooperation mit dem Kulturforum Bregenzerwald und dem Franz-Michael-Felder-Verein

 

Diskussion (öffentlich)

DIALOG#7: Wo liegt die Zukunft im Handwerk?

11. Juni 2019, 19 Uhr

In dieser DIALOGWERKSTATT werden mit den Gästen und dem Publikum die Handlungsfelder der Zukunft im Handwerk eruiert. Globale und lokale Herausforderungen aber auch Möglichkeiten und Chancen sollen diskutiert werden. Die Ergebnisse der vorangegangenen Module Gestaltung, Ausbildung und Markt sind dabei dienlich, für den Werkraum Bregenzerwald mögliche Weichenstellungen in Angriff zu nehmen.

 

Diskussion (geladen)

DIALOG#8: Der Werkraum Bregenzerwald ein Pionier auf Dauer?

25. Juni 2019, 19 Uhr

Die zugleich letzte Veranstaltung resümiert die DIALOGWERKSTATT vorläufig. Die Ergebnisse des Austauschs werden gesammelt und als Auftrag und Handlungsanleitungen für die weitere Arbeit zusammengefasst: Wer sind wir? Wohin wollen wir? Entlang dieser Leitfragen wird die Lebendigkeit und Zukunftsfähigkeit des Vereins und seiner Aktivitäten diskutiert.

 

Begleitende Ausstellung(en)/Präsentation(en) im Werkraumhaus

Raum 1: Geschichtswerkstatt: 20 Jahre Werkraum Bregenzerwald aus der Sicht der Mitglieder

Raum 2: Handwerkstatt der Werkraumschule – mit Intervention durch einen Workshop, geleitet von der Designerin Rianne Makkink (NL) als Teil des Creative Europe-Projekts „Made In“

 

 

Die DIALOGWERKSTATT wurde vom scheidenden Leiter des Werkraum Bregenzerwald Thomas Geisler in Zusammenarbeit mit Nicole Hohmann kuratiert und wird in abwechselnd besetzter Moderation stattfinden. Die freie Kulturgestalterin und Käserin lebt und arbeitet in der handwerklichen Demeter-Milchverarbeitung im Zürcher Berggebiet; sie studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie in Frankfurt/ Main und Innsbruck. Seit 2010 beschäftigt sie sich mit dem Thema Ästhetik und Zukunftsfähigkeit in den Bereichen Bildung, Kultur und Politik. Zudem setzt sie sich für einen erweiterten Designbegriff ein, der Design als Gestaltung von Gesellschaft versteht. Am Museum Angewandte Kunst Frankfurt kuratiert sie die Gesprächsreihe „Blickwechsel – Zukunft gestalten“.

 

 

Presseinformation DIALOGWERKSTATT: Felder kooperativen Handelns

 

 

Es wird darauf hingewiesen, dass die Veranstaltungen im Rahmen der DIALOGWERKSTATT vertont und fotografisch dokumentiert werden und diese Aufnahmen im Zusammenhang mit der Veranstaltung für die Öffentlichkeitsarbeit und Archivierung, analog und digital, verwendet werden können.

 

 

 

 

Öffentliche Führungen Werkraumdepot

Werkraumdepot

Studiensammlung zeitgenössisches Handwerk

und Design im Bregenzerwald

 

Führungen
Jeden ersten Samstag im Monat  11-12 Uhr
Eintritt und Führung € 12,- / ermäßigt € 9,- für SchülerInnen, Lehrlinge und StudentInnen
Gratis für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre

Sonderführungen Werkraumdepot auf Anfrage buchbar

 

Führungstermine 2019:

5. Jänner 2019

2. Februar 2019

2. März 2019

6. April 2019

4. Mai 2019

1. Juni 2019

6. Juli 2019

3. August 2019

7. September 2019

5. Oktober 2019

2. November 2019

7. Dezember 2019

 

 

Download Pressebilder Werkraumdepot  © Roswitha Schneider.zip

Werkraumdepot Pressemitteilung

Werkraumdepot Press Release

 

 

Als permanente Studiensammlung im Werkraumhaus bietet das neu eingerichtete Werkraumdepot Einblicke in das zeitgenössische Handwerk und Design aus der Region.

Namensgebend war der erste, von 2004 bis 2013 betriebene Schauraum des Werkraum Bregenzerwald. Schon damals wurden im werkraum depot in Schwarzenberg – einem wichtigen Vorläufer des Zumthor-Baus in Andelsbuch als Ausstellungs- und Vermittlungsort –  auch Ankäufe des vorarlberg museum gezeigt. Die jetzige Neuaufstellung wurde mit Mitteln der Freunde des Werkraum Bregenzerwald ermöglicht und kann als Führungsangebot von vorarlberg museum und Werkraum Bregenzerwald jeden ersten Samstag im Monat bzw. auf Anfrage besichtigt werden.

 

Auslöser für die Neuaufstellung war die im Sommer 2017 gezeigte Ausstellung Archiv der Formen. Handwerk und Design im Bregenzerwald (1.7.—7.10.2017). Die Überblicksschau mit mehr als 200 Exponaten aus bisher 632 Einreichungen zu Handwerk+Form gab einen Gesamteindruck von den Entwicklungen und dem Gestaltungsreichtum des Bregenzerwälder Handwerks seit der Erstausgabe des Gestaltungswettbewerbs 1991. Die Ausstellung in seiner dichten Präsentation von Möbeln und Gegenständen in raumhohen Regalen fand bei den BesucherInnen aus dem In- und Ausland großen Anklang. Viele der Ausstellungsstücke waren Leihgaben aus der Sammlung des vorarlberg museum, die teilweise bereits im Untergeschoss des Werkraumhauses eingelagert waren. Die Überlegung lag also nahe, diese sonst unsichtbare „Schatzkammer“ für das interessierte Publikum in einer permanenten Präsentation – zumindest zu bestimmten Zeiten – zugänglich zu machen.

 

Werkraum Depot 3 © Roswitha Schneider klein

 

Schatzkammer und Lernort

Das neueingerichtete Werkraumdepot erstreckt sich auf knapp 200m2 im Untergeschoss des Werkraumhauses und zeigt rund 80 Objekte aus der Sammlung des vorarlberg museums, sowie zusätzlich einige wenige Leihgaben direkt aus den Werkstätten der Handwerksbetriebe. Die Sammlungsstücke stammen großteils aus dem Ankauf von Exponaten der Ausstellung möbel für alle, sowie aus Ankäufen von Preisträger-Projekten aus dem Wettbewerb Handwerk+Form von 1991 bis in die Gegenwart. Die daraus zusammengestellte Studiensammlung ergibt somit einen sehr guten Einblick in das Werken und Wirken der regionalen Handwerksbetriebe und zeigt das Niveau und die Qualität ihrer Erzeugnisse mit höchstem, gestalterischem Anspruch.

 

Das bewährte Team aus Robert Rüf (Robert Rüf Industrial Design, Wien) und Christof Nardin (Büronardin, Wien), die auch für das Design der Sommerausstellung verantwortlich waren, übernahm dezent gestalterische Zitate aus Archiv der Formen. Vorgabe an die beiden gebürtigen Alberschwender war zudem, das bestehende Lagerregal aus sägerauem und grau gestrichenem Holz, wiederzuverwenden, um den Umbau, der zum großen Teil durch die Freunde des Werkraum Bregenzerwald finanziert werden konnte, ökonomisch und ökologisch im Rahmen zu halten. Zudem ist das Regal eine Reminiszenz an das Schwarzenberger Depot, wo es bereits im Einsatz war.

 

Die Aufstellung der Objekte erfolgt nach keinem expliziten Prinzip, sondern orientiert sich nach dem Platzangebot – es ermöglicht Objekte oder Gruppen (Regale, Tische, Stühle, Hocker, etc.) bei Bedarf umzustellen oder zu verdichten. Die Studiensammlung ist in ihrem Umfang nicht abgeschlossen und soll auch weiteren Ankäufen Platz bieten. Die mit Klettbändern angebrachten und leicht positionierbaren Objektbeschriftungen sind auf das Notwendigste reduziert, da die Vermittlung, teilweise mit Demonstration der Funktionsweise der Objekte, im Rahmen von Führungen erfolgt. Zum Schutz der musealen Sammlungsobjekte werden dabei von Guide und BesucherInnen Handschuhe getragen. Ein einführendes Videointerview, entstanden zu Archiv der Formen, mit den „Gründervätern“ von Handwerk+Form, darunter Mitglieder des Handwerkervereins Andelsbuch und der Grafiker Harry Metzler, geben Einblick in die Ausgangslage vor der Etablierung des Designwettbewerbs und der Gründung des Werkraum Bregenzerwald. Der Wettbewerb und die Kollektion möbel für alle, aus denen die Exponate hervorgehen, bilden den Rahmen der einzelnen Objekterzählungen.

 

Werkraum Depot 5 © Roswitha Schneider

 

Handwerk + Form

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Handwerkervereins Andelsbuch wurde 1991 erstmals ein Gestaltungswettbewerb mit dem Titel Handwerk + Form ausgelobt. Ziel des Wettbewerbs war es, durch das Zusammenwirken auf gleicher Augenhöhe von regionalen HandwerkerInnen und GestalterInnen aus dem In- und Ausland technisch und formal ausgereifte Produkte zu entwickeln. Einreichen durften jedoch lediglich Handwerks- und Gewerbebetriebe aus dem Bregenzerwald. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit wurden von einer Fachjury nach festgelegten Kriterien beurteilt und in einem speziellen Ausstellungsrundgang durch Werkstätten und landwirtschaftliche Nutzgebäude der Öffentlichkeit vorgestellt. Seit dem Jahr 2000 wird der Wettbewerb in einem Triennale-Rhythmus vom Werkraum Bregenzerwald organisiert –

2018 findet der Wettbewerb zum achten Mal statt.

 

Möbel für alle

Vorarlberg wird für seine zeitgenössische Baukultur international beachtet. Für diesen Zugang in der Architektur bedarf es innovationswilliger Handwerksbetriebe, die kreative und kompetente Ansprechpartner für die Architekturschaffenden sind. Neben den althergebrachten Aufgaben des (Innenaus-)Baus wird die Auseinandersetzung mit dem Objekt und Mobiliar, die diese Räume erfordern, immer bedeutender. Für den Wiener Ringturm kuratierten die Architekten Roland Gnaiger und Adolph Stiller die Ausstellung möbel für alle. designinitiative werkraum bregenzerwald (17.4.—18.6.2002). Rund vierzig alltagstaugliche, funktionale und ästhetisch außergewöhnliche Objekte von Werkraum-Handwerksbetrieben zeigten die Standards des modernen Möbelbaus im Bregenzerwald – darunter auch viele Objekte, die für den Wettbewerb Handwerk+Form entstanden waren. Die Ausstellung und der Katalog machten damals erstmals zeitgenössische Bregenzerwälder Alltags- und Wohnkultur auf höchstem handwerklichem Niveau einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

 

Das Werkraumdepot ist somit ein wichtiger Ort der Vermittlung – nicht nur der handwerklichen und gestalterischen Qualitäten und Fertigkeiten in der Region – sondern auch der jungen, von Veränderung erzählenden Geschichte des Werkraum Bregenzerwald. Es ergänzt und vertieft das sonstige Angebot im Werkraumhaus, wie Sonderausstellungen und Werkraumschauen. Für die Werkraumschule ist die Studiensammlung und das Depot ein zentraler Lernort zu Handwerk und Design, der die Kreativität der Schülerinnen und Schüler am Beispiel herausragender Sammlungsobjekte anregen und fördern soll. Neben der digitalen und überall zugänglichen Sammlung www.archivderformen.at bietet das Werkraumdepot die Auseinandersetzung und Vertiefung mit dem physischen Objekt.

 

Im Rahmen des in diesem Jahr wieder stattfindenden Wettbewerbs Handwerk + Form und des Ausstellungsrundgangs im Herbst (13./14./18./19./20./21. Oktober 2018) wird das Werkraumdepot zum Ausgangspunkt für das Vermittlungs- und Führungsprogramm.

 

 

Depot ©Roswitha Schneider

 

Das Werkraumdepot in Schwarzenberg war der erste, von 2004 bis 2013 betriebene Schauraum des Werkraum Bregenzerwald. Schon damals wurden auch Ankäufe des vorarlberg museum präsentiert. Als neueingerichtete Studiensammlung im Werkraumhaus bietet das Werkraumdepot ab jetzt Einblicke in das zeitgenössische Handwerk und Design aus der Region.
Die Neuaufstellung des Werkraumdepot wurde ermöglicht mit Mitteln der Freunde des Werkraum Bregenzerwald und kann als regelmäßiges Führungsangebot von vorarlberg museum und Werkraum Bregenzerwald bzw. auf Anfrage besichtigt werden: info@werkraum.at

 

 

 

 

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