Ausstellung handgemacht

18. Juni bis 1. Oktober 2016

„Wir machen vieles mit unseren Händen, Menschen berühren, Klavier spielen, Kleider nähen, Bewehrungseisen in Schalungen verlegen, Böden schleifen, Kanäle reinigen. Manchmal ist das Prestige des von Handgemachten gross. Manchmal ist das Resultat der mit den Händen geleisteten Arbeit kaum der Rede wert oder wird gar nicht sichtbar. Künstler, die malen, zeichnen und gestalten sprechen von der Intuition der Hand, Handlanger am Fliessband erzählen andere Geschichten.

 

In der Ausstellung ‚handgemacht‘ möchten wir mit filmischen Mitteln eine Bestandesaufnahme zeigen von Dingen, die mit der Hand gemacht werden. Ohne Wertung. In begleitenden Gesprächen sind Handwerker eingeladen, über ihre Arbeit zu berichten.“
Haldenstein im Januar 2016, Peter Zumthor

 


Die Hand und das Handwerk sind eng verbunden. Die Hand greift, hält, wägt, spürt, taktet, stützt, steuert. Mit den Fingern, den Fingerspitzen, den Sinnen. Sowohl in ihrer physischen Struktur, ihrem Dialog mit dem Gehirn als auch in formender Funktion ist die Hand einem steten Wandel unterworfen. Kaum eine wissenschaftliche Disziplin, die sich nicht mit Fragen über die Hand befasst, gerade auch in einer Zeit in der die Handarbeit zu verschwinden droht, Roboter an ihre Stelle treten. Neben Szenarien einer evolutionären Verkümmerung  stehen neue Gesten des Wischens und Streichens, sich rasch ausbreitende Touch-Technologien, deren Auswirkung auf Hirn und Hand wir noch gar nicht kennen. Ein Büchertisch mit einschlägiger Fachliteratur wird dazu in
der Ausstellung Einblick geben.
Die Ausstellung umfasst 61 Kurzfilme. Im Format sind die Filme quadratisch, schwarz-weiß, gedreht in einer Einstellung. Ungewohnte, wenig beachtete Handlungen sind in eine Schnittfolge mit gängigen Themen gebracht. Zu sehen sind Hände beim Etikettieren, Zapfen stecken, Flächenfilzen, Mèches auftragen, Unkraut jäten, Spitzen verstürzen, Fleisch ausbeinen, Papier aufrüsten, Kiefer operieren, Kacheln setzen, Geige spielen, Zinken verputzen, Bärte rasieren, Brennholz sägen, Kanalsohlen verlegen, Mützen stricken, Hände waschen. Im Vordergrund steht der händische Prozess und nicht das Erzeugnis. Gedreht wurde im Bregenzerwald und in der Schweiz, in Werkstätten, auf der Straße, in Kirchen, Stuben, Ställen und Gärten.
Rahmenprogramm
Gespräche
Begleitend zur Ausstellung sind Akteure aus den Bereichen Handwerk, Kunst, Freizeit und Do-It-Yourself eingeladen, über die Arbeit, die sie mit ihren Händen machen, zu berichten und Auskunft zu geben.
Die Fragen stellen Renate Breuß und Peter Zumthor.
Die Gespräche finden am 28., 29. und 30. September 2016 im Werkraumhaus in Andelsbuch statt. Die Veranstaltung lädt zur Gemeinschaft an langen Tischen, zum Diskutieren und fröhlichen Austausch bei Essen und Trinken.
Kinderwerkstätten
Im Sommerprogramm stehen die Materialien Ton, Papier und Filz im Mittelpunkt der Kinderwerkstätten. Eine spielerische Führung durch die Ausstellung „handgemacht“ begleitet das experimentelle Programm.
Für Kinder von 5 bis 11 Jahren
jeweils Mittwoch, 13. Juli, 20. Juli, 3. August, 10. August, 17. August und 7. September 2016, 10 bis 12 Uhr
Anmeldung: info@werkraum.at
Leitung Verena Dünser, Werkraum-Pädagogin
Kostenbeitrag: 5,00 EUR
Fachführungen
Führungen für Gruppen auf Anfrage.

 

Eintritt

Einzeleintritt: 7,5 €
Ermäßigungen und Gruppen ab 15 Personen: 5 €
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre frei.

 

Konzept der Ausstellung: Peter Zumthor, Architekt, Haldenstein

Inszenierung der Filme: Matthias Günter, Filmemacher, Bern

Projektleitung: Renate Breuß, Kunsthistorikerin, Rankweil

Gestaltung: Super BfG

Technik: Martin Beck